Moskau

 
Unsere Reise begann in Moskau. Moskau hat fast 10 Millionen Einwohner und ist ein Mischung aus Ost- und Westeuropa. Man sieht alle möglichen Volksgruppen auf den Straßen. Die Stadt ist inzwischen auch sehr verwestlicht, volle Läden und Werbetafeln machen das deutlich. Die Geschäfte sind voll mit westlichen Waren, für den der sie sich leisten kann, und auf den Straßen herrschen westliche Statussymbole wie BMW, Mercedes usw. vor. Aber es gibt auch inzwischen wieder tolle Kirchen und Klöster, die plötzlich hinter einer Ecke auftauchen. Dieser Gegensatz ist es, der Moskau so interessant macht. Moskau ist eine saubere Stadt. Man sieht keine Graffiti oder Dreck auf den Straßen. Auch die Kriminalität ist nicht schlimmer, als in anderen Großstädten, wenn man sich an die allgemein gültigen Regeln hält. Wir haben keine negativen Erfahrungen gemacht.
Gewohnt haben wir im Hotel Ukraina. Ein 400 Betten- Hotel, erbaut im Zuckerbäckerstil der Stalinzeit. Das Gebäude liegt an der Moskwa, genau gegenüber dem "Weißen Haus". Eine Metrostation befand sich 10 Gehminuten entfernt. Im Hotel gab es mehrere Restaurants und Bars. Auch ein Supermarkt war vorhanden. Im Hotel bestand die Möglichkeit, Geld zu wechseln bzw. am Automaten zu ziehen.
Bei der Anmeldung müssen die Pässe abgegeben werden, können aber am nächsten Tag wieder abgeholt werden. Das sollte man auch tun, da man die Pässe zum Geldwechsel in der Stadt und zum Vorzeigen für die Miliz benötigt. Es reichen aber auch Kopien der Dokumente einschließlich Visum, um für Kontrollen auf der Straße gerüstet zu sein.

Eine Sehenswürdigkeit besonderer Art ist der Rote Platz. Auf ihm fanden alljährlich die großen Militärparaden statt. Der Platz wird durch die große Kremlmauer mit dem Spasskiturm und auf der anderen Seite durch das Kaufhaus GUM begrenzt. Seit kurzem ist auch die Iberische Pforte wieder aufgebaut worden, die 1931 abgerissen wurde. An dieser Stelle fuhren bis vor kurzem die Panzer zur Parade auf den Platz.

Hier befindet sich auch das Leninmausoleum. Man kann es z.Z. noch besichtigen, muß aber Fotoapparate und Taschen aller Art vorher abgeben. Große Schlangen gibt es nicht mehr.
An der Kremlmauer wurden alle großen Persönlichkeiten des Landes beerdigt. z.B. Stalin, Breschnew, Andropow, Gagarin u.a.
Nur, wenn man das Leninmausoleum besichtigt, kommt man direkt an die Kremlmauer und die Gräber heran.
Der Eintritt ist kostenlos.
Mo.-Fr. 10-13 Uhr

Für Moskau typisch sind seine vielen Kirchen mit ihren Zwiebeltürmen. Ein besonders schönes Beispiel ist die Basiliuskathedrale auf dem Roten Platz.
Die Kathedrale wurde 1555-1560 im Auftrag Iwan des Schrecklichen aus Anlaß des Sieges über die Tataren in Kasan erbaut.

Leider kann sie im Moment nicht besichtigt werden, weil sie restauriert wird.

Metro: Ochotnyj Rjad, Kitaj Gorod

Das GUM begrenzt den Roten Platz und ist das größte und auch wohl das schönste Kaufhaus Russlands. Es ist 250 m lang und über die gesamte Länge laufen 3 parallele Ladenpassagen auf 2 Etagen . Es wurde 1993 zum 100-jährigen Jubiläum renoviert.
Im Inneren befinden sich alle namhaften westlichen Markenhersteller wie z.B. Dior, Calvin Klein, Benetton usw.
Ein Besuch lohnt schon wegen der Architektur.

Metro: Kitaj Gorod, Pl. Revoluzii

Den besten Blick auf den Kreml hat man von der Brücke über die Moskwa oder vom gegenüberliegenden Ufer.Von hier aus kann man die Kremlkirchen mit ihren goldenen Kuppeln und den großen Kremlpalast am besten sehen. Die größte Kirche ist die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale. Sie war die Krönungskirche der Zaren und im Inneren ist der Thron von Iwan dem Schrecklichen zu besichtigen. Mit einem Kuppelhöhe von 42 m ist sie auch eine der größten Kuppelbauten Russlands.

Unbedingt besichtigen sollte man die Rüstkammer im Kreml. Der Eintritt von 25 Euro loht sich. Hier kann man die "Mütze des Manomach" aus dem 13.Jh., Zarenkronen und den mit unzähligen Diamanten besetzten Thron der Romanows besichtigen. Ein Höhepunkt ist auch die Sammlung von Fabergé-Eiern.
Für weitere 13 Euro kann man noch den angeschlossenen Diamantenfond anschauen. Dort liegt der berühmte Orlow-Diamant mit 189,62 Karat.

Tgl. außer Do.10-17 Uhr

Auf dem Kremlgelände steht die 210 Tonnen schwere und 6,14 m hohe Zar-Kolokol-Glocke. Sie hat  nie geschlagen, da sie nach einem Brand Risse bekam und ein 12 Tonnen schweres Stück herausgebracht.

Gleich daneben befindet sich die Kanone Zar Pusckka. Sie ist 40 Tonnen schwer und hat ein Kaliber von 89 Zentimetern. Auch sie wurde nie benutzt.

Um in den Kreml zu gelangen, müssen Ausländer ca. 8 Euro Eintritt bezahlen. Inbegriffen ist dabei die Besichtigung der 5 Kremlkirchen. Eine Fotoerlaubnis muß extra bezahlt werden (ca. 200 Rubel). Der große Kremlpalast kann nicht angeschaut werden.

Am Stadtrand von Moskau gelegen befindet sich das größte und schönste Kloster Moskaus: das Neujungfrauenkloster. Hier lebte die Schwester Peter des Großen in der Verbannung.
Tgl. außer Di 9-17 Uhr

Gleich hinter dem Kloster liegt ein sehr interessanter Friedhof. Hier wurden alle sowjetischen Berühmtheiten begraben, die nicht an der Kremlmauer beerdigt werden durften, wie z.B. Chruschtschow und Molotow. Außerdem sind hier die Gräber von Gogol, Tschechow, Eisenstein, Prokofjew, Rubinstein, Schostakowitsch  u.a.

Tip: Am Eingang einen Plan kaufen, um die Gräber leichter zu finden.
Eintritt: 20 Rubel
Metro: Sportiwnaja

Weithin sichtbar ist die 1997 wieder aufgebaute Christi- Erlöser-Kathedrale. Stalin hatte sie 1931 sprengen lassen, um Platz für ein Kongresszentrum zu haben. Ein Besuch lohnt. Im Innern ist die Kirche prächtig verziert.
Metro: Kropotkinskaja

Gegenüber der Kathedrale befindet sich das Puschkinmuseum. Hier werden westeuropäische Künstler ausgestellt, wie z.B. Picasso, Monet, Degas, von Gogh, Matisse, Renoir, Rembrandt u.a. Manchmal ist hier auch in einer Sonderausstellung das "Troja Gold" von Schliemann zu sehen. Wir hatten das Glück leider nicht.
Di.-So. 10-19 Uhr Eintritt: 160 Rubel
Metro: Kropotkinskaja

Tip: Versuchen Sie, die Museen auf eigene Faust zu besuchen. Die Eintrittspreise sind sehr viel günstiger, als wenn man sie über die Reiseveranstalter buchen würde. Diese verlangen enorme Beträge (siehe Rüstkammer).

In der Nähe des Kremls befindet sich das Bolschoitheater. Karten kann man über die Reiseveranstalter bestellen. Auch an den Ticketschaltern in der Stadt bekommt man Karten. Für Touristen ist es mit ihren Devisen einfacher Karten zu ergattern, als für die einheimische Bevölkerung.

Metro: Teatralnaja

Wenn man ein paar Tage Zeit in Moskau hat, sollte man sich die Fahrt ins 70 km entfernte Sergijew Posad nicht entgehen lassen. Man bekommt dort einen kleinen Eindruck vom Leben auf dem Land. Unterwegs sieht man Dörfer mit den klassischen russischen Holzhäusern.

Das Kloster Sergijew Posad ist eines der größten Klöster des Landes und religiöses Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche. Es wurde durch den Mönch Sergius im 14. Jh. gegründet.
Das Kloster besaß riesige Ländereien und in seiner Blütezeit im 17. Jh. bis zu 120.000 Leibeigene.
Heute ist hier der Sitz der geistlichen Akademie, an der 500 Männer studieren.
Auf dem Gelände des Klosters befinden sich mehrere sakrale Bauten. Die wichtigste und älteste ist die Dreifaltigkeitskirche.
Auf dem Gelände ist auch das Grab von Boris Godunow.

Tip: Für das Kloster benötigt man eine Fotoerlaubnis.
Preis: 100 Rubel.
Frauen werden hier angehalten, ein Kopftuch zu tragen.

Von einem Aussichtspunkt außerhalb des Klosters hat man diesen wunderbaren Blick auf die Gesamtanlage. Vor dem Kloster befinden sich viele Souvenierstände und aggressiv bettelnde Kinder. Es empfiehlt sich, hier besonders auf seine Sachen zu achten.